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17. März 2008 Bonn (djv)

Keine Panik: Es gibt den Osterhasen noch!

Höchste Zuwachsrate seit Beginn der bundesweiten WILD-Zählungen

Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) hat heute in Bonn aktuelle Feldhasenzahlen für Deutschland präsentiert. Erfreuliche Osterbotschaft: Über 16 Langohren (genauer Wert: 16,1) tummelten sich durchschnittlich im Herbst 2007 auf einem Quadratkilometer. Im Vergleich zum Herbst 2006 ist dies ein Feldhase mehr. Zu diesem Ergebnis kommen drei Forschungsinstitute nach einer ersten Auswertung von Datenkolonnen aus knapp 650 Referenzgebieten für das vom DJV initiierte Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD).

“Meister Lampe ist nach wie vor überall in Deutschland heimisch und wird es auf absehbare Zeit auch bleiben”, sagte DJV-Präsident Jochen Borchert. Besonders viele Feldhasen pro Quadratkilometer wurden im Herbst 2007 in Nordrhein-Westfalen (40 Tiere pro Quadratkilometer) sowie im Saarland (25) und in Niedersachsen (24) gezählt. Über dem Bundesdurchschnitt lagen auch die Länder Bayern (20), Rheinland-Pfalz (19) und Hessen (19).

“Das beste Hasenjahr seit Beginn unserer Zählungen war eindeutig 2007, selbst der Rekordsommer 2003 wurde in den Schatten gestellt”, betonte DJV-Präsident Jochen Borchert. Messwert hierfür ist die so genannte Nettozuwachsrate, bei der die Frühjahrs- und Herbstbestände eines Jahres miteinander verglichen werden. Ergebnis für 2007: Meister Lampe hat sich fleißig vermehrt, und zwar bundesweit um ein Viertel. Deutlich über dem Schnitt liegen Sachsen mit 57 Prozent Zuwachs sowie Nordrhein-Westfalen und Bayern mit jeweils 40 Prozent.
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Das warme, trockene Klima im Früh- und Spätjahr 2007 hatte entscheidenden Einfluss: Überdurchschnittlich viele Junghasen überlebten, gravierende Ausfälle durch Krankheiten blieben aus. Damit hat sich laut DJV der Feldhasenbestand auch vom nasskalten Frühjahr 2006 wieder erholt. Für 2008 erwarten die Hasenexperten von WILD gleich bleibend hohe Bestände. Die aktuelle Einstufung in die Kategorie 3 (gefährdet) der Roten Liste Deutschlands halten die Wissenschaftler für nicht gerechtfertigt.

“Eine bewusst zurückhaltende Bejagung und intensive Naturschutzmaßnahmen haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Menschen zu Ostern überall in Deutschland den Feldhasen antreffen können”, erklärte DJV-Präsident Borchert. Mehrere zehntausend Hektar Brachflächen würden derzeit von Jägern in Deutschland für Wildtiere attraktiv gestaltet. Borchert gab allerdings zu Bedenken, dass der rasante Wandel in der Agrarpolitik hin zu mehr Biomasseerzeugung negative Folgen für den Hasen haben könnte. “Wir befürchten zudem, dass ab 2009 landwirtschaftliche Brachen auf EU-Ebene gänzlich wegfallen, und damit wichtige Lebensräume für Wildtiere in unserer Kulturlandschaft fehlen”, warnte Borchert. Im Umweltgesetzbuch müssten daher flexible Ausgleichmaßnahmen festgeschrieben werden, die für Landwirte Anreize schaffen, große monotone Anbauflächen durch wildtierfreundliche Kräuterstreifen zu unterteilen.

Das DJV-Projekt WILD wird bereits im sechsten Jahr erfolgreich betrieben: Unter der Regie von Wissenschaftlern der Universität Trier, der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover und der Landesforstanstalt Eberswalde erfassen speziell geschulte Jäger den Feldhasen im Frühjahr und Herbst. Lepus europaeus – wie Zoologen ihn nennen – wird dabei wissenschaftlich korrekt in der Dunkelheit gezählt, indem mit Scheinwerfern aus dem fahrenden Auto die Felder – entlang festgelegter Strecken – abgesucht werden.