3. März 2008 Bonn (dpa/djv)
Wildschweine finden immer häufiger neuen Lebensraum in deutschen Großstädten. «Als Allesfresser können sie jede Nahrung verwerten – von Mais und Pilzen bis hin zu Pizzaresten oder Biomüll», sagte der Biologe Torsten Reinwald vom Deutschen Jagdschutz-Verband in Bonn der Deutschen Presse-Agentur dpa. «Wenn Wildschweine eine Nische in einem Park oder einem stadtnahen Wäldchen finden, können sie sich in Städten sehr wohl fühlen. Der Mensch hinterlässt ihnen ein reiches Nahrungsangebot.»
Das Schwarzwild profitiere laut Reinwald deutlich von den Veränderungen seiner Umwelt. Große Maisfelder und der stärkere Anbau von Energiepflanzen böten ideale Lebensräume. «In einem Maisfeld kann zum Beispiel eine Rotte aus zehn bis 20 Tieren vor Jägern unbemerkt leben und sich dick und rund fressen», sagt Reinwald. Auch durch die Klimaveränderung und die milden Winter könnten schwache und junge Tiere die kalte Jahreszeit überleben und sich zum Frühjahr hin fortpflanzen.
Den Tieren kommt dies zu Gute. «Wildschweine haben sich in den vergangen 20 Jahren in ganz Europa stark vermehrt», so der Biologe. Lagen in den 1980er Jahren die Abschusszahlen in Nordrhein-Westfalen noch bei rund 11 000 Tieren, so kamen sie in der Saison 2005/2006 auf 29 700.