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Tierische Maskerade: oft alles andere als bunt!

Um zu überleben, schlüpfen Wildtiere lieber in ein Tarnkleid als in ein Kostüm

Farbe bekennen und auffallen wie ein bunter Hund – darauf kommt es vielen Menschen im Karneval an. In der Tierwelt gelten jedoch andere Regeln: Viele Wildtiere setzen statt einer Narren- lieber eine Tarnkappe auf, damit ihre natürlichen Feinde nicht auf sie aufmerksam werden. Buchstäblich eins zu werden mit der Natur, ist vor allem für den wilden Nachwuchs überlebenswichtig, wie der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) mitteilt. Wildschwein, Hase und Stockente erwarten bereits in den nächsten Wochen ihre ersten Jungen.

“Sehen, aber Nichtgesehenwerden ist die Devise”, erklärt DJV-Präsident Jochen Borchert. Die beste tierische Maskerade ist die, die nicht auffällt. Eindrucksvoll beweist dies der Wildschweinnachwuchs, der ab Februar das Licht der Welt erblickt: Das hell- und dunkelbraun gestreifte Fell macht die kurz nach der Geburt selbstständigen Frischlinge im braunen Laub auf dem Waldboden fast unsichtbar. Sonst wären sie schnell leichte Beute für einen hungrigen Uhu oder Fuchs.

Sein erdbraunes Fell lässt den Feldhasen förmlich mit der Umgebung verschmelzen und schützt ihn vor feindlichen Attacken von Mardern, Wieseln oder Greifvögeln. Bei Gefahr kann sich Meister Lampe nicht wie das Kaninchen in einen Bau zurückziehen, sondern duckt sich auf freiem Feld in eine Sasse (Mulde).

Junge Stockenten

Perfekte Tarnung ist auch für bodenbrütende Vögel wie Stockenten wichtig. Vor allem die frisch geschlüpften Jungtiere müssen als Nestflüchter perfekt in der Natur “untertauchen”, um nicht gefressen zu werden – denn fliegen können die schon Ende März geborenen Vögel erst nach sechs bis acht Wochen. Ihr braun geschecktes Gefieder hilft ihnen, sich vor Feinden zu verstecken.

Im Gegensatz zu Nestflüchtern wie Wildschwein, Hase und Stockente setzen Fuchs oder Dachs auf den schützenden Bau. Ihre Jungen sind Nesthocker: Sie kommen zwar ebenfalls im Februar und März zur Welt, sind aber bei Geburt blind und fast nackt.