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05.11.2007 (djv)

Wilde Lebenszeichen aufspüren

In der kalten Jahreszeit gibt es in der Natur viel zu entdecken

Von wegen verkehrsberuhigte Zone! In Feld, Wald und Flur verlaufen wilde Schnellstraßen. Darauf unterwegs: Fuchs, Hase, Hirsch und Co. Sonst gut hinter üppigem Grün versteckt, sind vielfältige Tierspuren nun, da es draußen kalt, nass und kahl wird, besser zu sehen. Der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) empfiehlt deshalb: Nichts wie raus und Augen auf!

“Besonders für Kinder und Jugendliche ist die Suche nach tierischen “Fingerabdrücken” an der frischen Luft eine gesunde Alternative zum Stubenhocken und Fernsehen – und viel spannender!”, erklärt DJV-Präsident Jochen Borchert. Der Waldboden erzählt viele Geschichten – und während der Nachwuchs versucht, sie zu lesen, lernt er ganz nebenbei die heimische Flora und Fauna besser kennen. Eine erfreuliche “Nebenwirkung”, denn immer weniger Kinder und Jugendliche kennen sich in der Natur aus: Jeder Vierte hat beispielsweise noch nie ein Reh beobachtet. Hilfreich ist beim Erkunden das DJV-Bestimmungsheftchen “Fährten und Spuren”, in dem die häufigsten tierischen Fußabdrücke abgebildet sind. Doch draußen gibt es nicht nur Trittsiegel oder Ballenabdrücke zu sehen. Auch andere Spuren zeugen von wildem Leben: zum Beispiel die Reste von tierischen Schmausereien. Eine wahre Schatzkammer für Naturforscher sind die unverdaulichen Speisereste von Eulen und Greifvögeln, die sogenannten Gewölle. In dem filzartigen Ballen, den die Vögel nach ihrem Mahl wieder ausspeien, finden sich viele Knöchelchen, die das Menü der Tiere verraten.

Wer etwas genauer zwischen die Zweige am Wegesrand späht, erhascht vielleicht sogar einen Blick auf eine schweinische Schönheitsfarm, bestehend aus matschiger Suhle nebst nahe liegendem Baum. Nachdem sich Schwein in der “Badewanne” mit einer Fango-Packung verwöhnt hat, geht es zum Peeling an den Stamm – zurück bleiben großflächige Matschspuren. Tiefe Rillen in der Rinde weisen darauf hin, dass hier zudem Keiler gründliche Zahnpflege betrieben und ihre Duftmarken hinterlassen haben. Überhaupt sind Schweine buchstäblich ein Fall für echte Spürnasen: Riecht es nach Maggie, ist Sau oft nicht weit. Wichtig ist, trotz allem Entdeckungsdrang die Wege nicht zu verlassen, damit das Wild – das nun in den Energiesparmodus “umschaltet” und leicht zu beunruhigen ist – nicht gestört wird.

Gut vom Waldpfad aus zu erkennen sind auch die “Haustüren” von Fuchs und Dachs – ungefähr handballgroße Erdlöcher, die in die unterirdischen Baue der Raubtiere führen. Die durch das Buddeln ans Tageslicht gebrachte Erde liegt beim Fuchs fächerartig vor dem Eingang, zum Dachsbau führt eine tiefe Furche. Bewohnt ist das tierische Domizil, wenn der Zugang ordentlich “gefegt” und von Laub befreit ist. Doch auch der Blick nach oben lohnt sich: Die kahle Vegetation gibt den Blick frei auf die “Schlaf- und Aufzuchtstube” der Vögel, die Vogelnester. Auch Eichhörnchen, die von Baum zu Baum springen oder sich eine Nuss schmecken lassen, können Tierfreunde nun viel besser beobachten.

Info

Es passt prima in die Jackentasche und hilft Naturfreunden, tierische Spuren zu erkennen und zu bestimmen: Das Heftchen “Fährten und Spuren” des DJV. Bestellt werden kann die Hilfe für Spürnasen für 10 Cent bei der DJV-Service und Marketing GmbH (DSM), Niebuhrstr. 16c, 53113 Bonn oder im DSM-Online-Shop unter www.djv-service.de. Für Einzelexemplare bitte frankierten Rückumschlag beilegen!