31.10.2007 (djv)
Wenn Gottesdienste im Wald stattfinden, Altäre mit buntem Laub geschmückt sind und Jagdhörner anstelle der Orgel ertönen, dann ist es Anfang November und der Hubertustag nicht fern. Am 3. November gedenkt die Jägerschaft ihres Schutzbefohlenen, dem Heiligen Hubertus. Mancherorts sind auch die tierischen Gefährten der Jäger, wie Jagdhunde und Greifvögel, bei den offiziellen Feierlichkeiten der Kreis- und Landesverbände mit dabei. “Der Heilige Hubertus steht sinnbildlich für die Ehrfurcht vor dem Mitgeschöpf und eine bewusste Nutzung der Natur”, sagte Jochen Borchert, Präsident des Deutschen Jagdschutz-Verbandes (DJV) heute in Bonn. Die von Hubertus abgeleiteten Prinzipien der Waidgerechtigkeit haben bis jetzt ihren Widerklang im Bundesjagdgesetz gefunden.
Der Legende nach war Hubertus ein zügelloser Edelmann. Als er sogar am Karfreitag einem Hirschen nachstellte, soll ihm dieser mit einem leuchtenden Kreuz im Geweih entgegen getreten sein. In der Vision habe Hubertus den Schöpfer im Geschöpf erkannt und sei fortan zu einem Bewahrer der Natur geworden. “Heutzutage ist die Jagd international als eine Form des Naturschutzes anerkannt. Sie erhält und fördert nachweislich die biologische Vielfalt”, so Borchert weiter. Bereits das Prinzip der Nachhaltigkeit geht auf die Nutzungsregeln in Jagd und Forst zurück, die dort seit 250 Jahren gelten: Dabei wird nur soviel der Natur entnommen, wie von selbst wieder nachwächst.
Die Verehrung des Heiligen Hubertus ist dabei für die Jäger nicht nur Lippenbekenntnis: Die fast 300.000 Jäger und Jägerinnen im DJV schaffen mit jährlich rund 3.2 Millionen ehrenamtlichen Arbeitsstunden Lebensraum für Wildtiere. Sie legen beispielsweise wertvolle Hecken, Streuobstwiesen, Feldholzinseln und Feuchtbiotope an.