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13.07.2007 (djv) Bonn

Achtung! Liebestolle Rehe machen Straßen unsicher

Jäger warnen vor erhöhter Unfallgefahr

(djv) Bonn – Wenn Rehe ab Mitte Juli auf Wolke sieben schweben, wird es gefährlich auf deutschen Straßen: Blind vor Liebe überqueren die Tiere auch tagsüber vermehrt die Fahrbahn. Besonders auf stark befahrenen Landstraßen steigt in der Paarungszeit der Rehe bis Mitte August das Risiko eines Wildunfalls, wie der Deutsche Jagdschutz-Verband (DJV) heute in Bonn mitteilte. Autofahrer sollten deshalb entsprechend langsam fahren, um rechtzeitig bremsen zu können.

“Über 140.000 Kilometer Straßen zerschneiden die Landschaft”, erläuterte DJV-Präsident Jochen Borchert. “Da ist es unvermeidbar, dass Reh, Wildschwein und Co. auf ihrem Weg durch Feld und Flur Fahrwege passieren.” Verkehrsteilnehmer sollten das Unfallrisiko nicht unterschätzen, wie die DJV-Statistik zeigt: Von April 2006 bis März 2007 kollidierten 225.000 Fahrzeuge mit großen Wildtieren, rund 200.000 Rehe verloren ihr Leben auf der Straße. Jährlich verletzen sich bei Wildunfällen etwa 2.500 Menschen, mehrere Dutzend sterben.

“Vor allem in waldreichen Gebieten sollten Autofahrer stets aufmerksam fahren und die Straßenränder im Auge behalten”, betonte Borchert. Dabei ist doppelte Vorsicht geboten. Denn ein Reh kommt in der Paarungszeit selten allein – meist folgt einer Ricke der interessierte Rehbock und oft auch noch ein Kitz. “Taucht ein Wildtier auf der Fahrbahn auf, sollte das Licht sofort abgeblendet, gebremst und gehupt werden”, riet Borchert. Ist ein Zusammenstoß nicht zu verhindern, bleibt dem Fahrer nur die Vollbremsung übrig, wobei er das Lenkrad gerade halten sollte. Gefährlich sind unkontrollierte Ausweichmanöver, da das Auto vor allem bei hohen Geschwindigkeiten sehr schnell ins Schleudern gerät.

Ursache für die vermehrte Aktivität der Rehe ist ihr aufwendiges Liebeswerben. Bei der Annäherung eines Rehbockes ergreift das paarungsbereite Weibchen zunächst die Flucht – um ihn dann immer wieder anzulocken. Kilometerweit durch Wald, Feld und über Straßen führende Verfolgungsjagden sind dabei nicht ungewöhnlich. Vielerorts hinterlassen die werbenden Rehe ringförmige Muster in Wiesen und Feldern, die sogenannten Hexenringe. Sie entstehen, wenn der Rehbock das Weibchen im Kreis vor sich hertreibt.