Das Rotwild gehört wie die Rehe zur Familie der Hirsche. Nach dem Elch ist das Rotwild die zweitgrößte Hirschart überhaupt. In Deutschland gibt es nur wenige Gebiete mit Rotwild. Es unternimmt weite Wanderungen. Das Zusammenleben mit uns Menschen fällt dem Rotwild sehr viel schwerer als z.B. den Rehen. Das Rotwild wird daher auch als Kulturflüchter bezeichnet.
Das Rotwild lebt in Gruppen, den Rudeln, zusammen. Weibliche und junge Tiere bilden zusammen das sogenannte Kahlwildrudel (Kahl, da keines der Tiere ein Geweih hat) Erwachsene Hirsche tun sich zu Hirschrudeln zusammen, ältere Hirsche sind oft Einzelgänger.
Im September beginnt die Paarungszeit des Rotwildes, die man auch Brunft nennt. Besonders starke Hirsche treiben einige weibliche Tiere zu einem Brunftrudel zusammen. Dieses Rudel muss nun gegen andere Hirsche verteidigt werden. Hierbei kann es zu heftigen Kämpfen kommen. Nähert sich ein fremder Hirsch, wird er durch lautes Röhren, dem sogenannten Brunftschrei, gewarnt. Wenn es in eurer Nähe Rotwild gibt, lohnt es sich im September/Oktober mit euren Eltern einen Ausflug zu machen, vielleicht hört ihr ja die Hirsche rufen.
Das Kind von Hirschkuh und Hirsch heißt Hirschkalb. Es wird im Mai/Juni geboren und hat eine hellbraune wollige Behaarung mit gelben Tupfen. Bei Gefahr drückt sich das Rotwildkälbchen an den Boden und bewegt sich nicht. Doch schon bald folgt es seiner Mutter überall hin.
Männliches Rotwild wird als Hirsch bezeichnet, weibliche erwachsene Tiere als Hirschkühe oder in der Jägersprache als Alttiere. Wie auch die Rehe, gehört das Rotwild zu den Paarhufern. Der Jäger nennt es auch Schalenwild, weil sein Fußabdruck aussieht wie zwei Schalenhälften. Im hartgewordenen Schlamm auf Waldwegen oder im Schnee kannst Du Reh- und Rotwildspuren gut erkennen.
Wie bei allen Hirschen (außer den Ren-Tieren, wo auch die Weibchen ein Geweih tragen) hat beim Rotwild nur das Männchen ein Geweih, das es regelmäßig abwirft und wieder neu bildet. Beim Rothirsch ist das Geweih besonders eindrucksvoll ausgebildet. Es besteht aus dem gleichen Material wie die Knochen.
Rotwild lebt rein vegetarisch, frisst also nur Pflanzen. Dabei ist es sehr viel anspruchsloser und weniger wählerisch als die Rehe. Weil Rotwild auch harte und zähe Pflanzenteile verdauen kann, zählt man es zu den Rauhfutterfressern. Es frisst aber auch Knospen, Triebe und Waldfrüchte wie z.B. Himbeeren. Rotwild gehört wie die Rehe zu den Wiederkäuern, das heißt: Nachdem die Tiere ihren ersten Magen (den Pansen) gefüllt haben, ruhen sie sich aus und würgen nach und nach den Pflanzenbrei wieder hoch um ihn noch mal so richtig gut durchzukauen. Nachdem die Nahrung zum zweiten Mal gekaut wurde, wird sie wieder runtergeschluckt und nun erst beginnt die eigentliche Verdauung.
