Auf dem Wasser lauern für die Ente einige Gefahren, wie zum Beispiel durch Welse und Hechte, die man zu den Raubfischen zählt. Beide Fischarten schnappen sich die Küken. Die Wanderratte hat es dagegen auf die Eier im Nest abgesehen. Auch Kälte und Hitze haben ihre Tücken. Wenn die Gewässer zugefroren sind, müssen die Enten lange nach Nahrung suchen. Umgekehrt ist es dann im Sommer. Viele Spaziergänger füttern gerne Enten im Park und schleppen deshalb Brotreste und sonstige Leckereien herbei. Durch die Nahrungsreste entwickeln sich im Wasser bei sommer-lichen Temperaturen viele Bakterien, die die Enten lähmen und allmählich vergiften.
Am wohlsten fühlt sich die Stockente im Wasser, dort ist sie in ihrem Element. Es kann ein See, ein künstlich angelegtes Gewässer oder ein Tümpel sein. Häufig sieht man sie auf Parkgewässern innerhalb der Großstädte. Ihr merkt schon, die Stockente ist sehr anpassungsfähig.
Die Enten können sehr gut sehen und hören. Auch der Geruchssinn ist bei ihnen gut ausgebildet. Mit dem Schnabel können sie tasten und so unter Wasser, beim Gründeln, die Nahrung ausfindig machen.
Ente und Erpel leben eheähnlich zusammen. Brut und Aufzucht der Küken übernimmt allerdings die Mutter alleine. Der Erpel mausert sich nämlich zu diesem Zeitpunkt, das heißt er bekommt ein neues Federkleid. Da er seine bunten Federn verliert, sieht er in dieser Zeit der Ente sehr ähnlich. Mutter Ente legt das neue Federkleid erst an, wenn ihre Küken flügge sind. Die Mauser ist für Enten eine stressige Zeit: Weil so viele Federn ausgehen, können sie kaum noch fliegen, zumindest bis die neuen Federn nachgewachsen sind.
Schon in Herbst geht der buntgefärbte Erpel auf Brautschau und balzt um die Ente, die mit ihrem unscheinbar braunen Federkleid gut getarnt ist. Die Paarungszeit ist aber erst im Frühjahr. Gemeinsam sucht das Entenpaar den Nistplatz, der im schilfreichen Ufer, auf Baumstümpfen, in Kopfweiden oder Baumhöhlen liegen kann. In dem Nest brütet die Ente sechs bis zehn Eier aus. Der Erpel überlässt der Ente diese Aufgabe. Sind die Küken nach etwa vier Wochen geschlüpft, verlassen sie auch schon das Nest und folgen der Mutter. Schon nach sieben Wochen machen die kleinen Enten erste Flugversuche und werden allmählich selbständig.
