Das Wildschwein fühlt sich fast überall wohl. Hauptsache, es gibt genug zu fressen, und es kann sich in großen Büschen, im Farn oder im Wald verstecken. Dort schläft es oft den ganzen Tag und geht erst abends auf Nahrungssuche. Dabei kann es in einer Nacht bis zu 30 Kilometer zurücklegen. Manchmal tauchen die Wildschweine auch in den Vorgärten der Menschen auf, die am Waldrand wohnen. Dort wühlen sie mit ihrer Schnauze den Vorgarten um, immer auf der Suche nach Nahrung.
Wildschweine gehen gerne ans Wasser. Sie sind auch sehr gute Schwimmer. Am liebsten suhlen sie sich aber im Schlamm. Ist der Schlamm getrocknet, schubbern sie ihn an einem Baum ab. Ganz schön clever, denn so haben Zecken, Insekten, Flöhe oder Läuse keine Chance. Sie fallen nämlich mit dem getrockneten Schlamm von dem Körper der Wildschweine ab. Schlammverschmierte Bäume sind meist ein Zeichen dafür, dass es in diesem Wald Wildschweine gibt. Meist haben die Euch aber schon von weitem gerochen oder gehört.
Eine ausgesprochen gute Nase haben Wildschweine, deshalb werden zahme Vertreter zum Beispiel in Frankreich zur Trüffelsuche - das ist ein sehr teurer Feinschmeckerpilz - eingesetzt. Auch bei der Suche nach Rauschgift hat sich das Borstenvieh bewährt. Wildschweine können auch sehr gut hören, allerdings hapert es bei der Sehfähigkeit.
Wildschweinhochzeit ist im kalten Winter. Ende März, Anfang April baut Mutter Wildschwein für ihren Nachwuchs ein Nest am Boden, in dem fünf bis zwölf Junge geboren werden, die man Frischlinge nennt. Die Frischlinge sind in den ersten Lebenswochen längsgestreift und quietschfidel. Aber Vorsicht, einer Wildschweinmutter mit ihren Kindern solltet ihr euch nicht nähern, denn Mutter Wildschwein verteidigt ihre kleinen Racker wie eine Löwin.
Es frißt fast alles. Würmer, Insekten, Aas, Früchte, Knollen oder Mäuse. Deshalb nennt man es auch Allesfresser. Bauchschmerzen kriegt das Wildschwein nicht bei dem Durcheinander. Bei der Nahrungssuche durchwühlt es mit seiner kräftigen Schnauze den Boden. In Wiesen, Gärten und auf Äckern richtet es dadurch Schäden an.
Auch Mais und Weintrauben gehören zu den Lieblingsspeisen. Landwirte und Winzer ärgern sich zu Recht darüber, wenn die Schweine bei ihnen gewütet haben.
