
Eichhörnchen
Alter:
ab 8 Jahre
Inhalt:
Die zwei Strategien, mit denen Eichhörnchen Wintervorräte anlegen und verzehren, werden spielerisch dargestellt.
Absicht:
Die natürliche Auslese bei einer Tierart wird dargestellt und ihre Auswirkung im Ökosystem aufgezeigt.
Aktivität:
Bewegungsreiches Gruppenspiel
Zeitbedarf:
30 Minuten
Material:
Nüsse, alternativ: Eicheln, Erbsen, Bohnen, unauffällige Früchte
Mitspieler:
ab 12 Personen
Äußere Bedingungen:
Baumholz mit abwechslungsreicher Bodenbedeckung (z. B. Totholz, Laub, Steine, Stubben, Gras, Sträucher ….) möglichst Herbst/Winter.
Einstieg:
Um den nahrungsarmen Winter zu überleben, ziehen manche Tiere nach Afrika, andere begeben sich in Winterschlaf und wieder andere sammeln einen Wintervorrat. Wir wollen jetzt einmal nachspielen, wie anstrengend es für ein Eichhörnchen ist, den Winter zu überleben. Eichhörnchen legen im Herbst Nahrungsverstecke an, die sie im Winter nach ihren Ruhephasen (etwa alle 2 – 3 Tage) aufsuchen, um nicht zu verhungern. Es gibt zwei Methoden, Verstecke anzulegen. Die einen legen viele kleine Verstecke, die anderen wenige große an. Beides hat Vor- und Nachteile. Wenn ein großes Versteck geplündert wird, geht viel Vorrat verloren; das Suchen kostet bei kleinen viel Energie. Wir wollen einmal probieren, welche Methode für uns besser geeignet ist.
Spielverlauf:
Die Gruppe wird in X-Hörnchen und Y-Hörnchen aufgeteilt. Jedes Eichhörnchen bekommt einen 15-teiligen Nahrungsvorrat (z.B. Nüsse), der im November versteckt wird (Zeit: 2 Minuten). Die X-Hörnchen dürfen höchstens 3 Teile in ein Versteck legen, wogegen die Y Hörnchen mindestens 5 Teile zusammen verstecken müssen. Einmal im Monat müssen die Eichhörnchen Nahrung zu sich nehmen, um nicht zu verhungern, und zwar im Dezember 3 Teile, im Januar 4 und im Februar zur Paarungszeit 5. Dafür hat jedes Eichhörnchen immer eine Minute Zeit. Wer die erforderliche Nahrung nicht rechtzeitig herbeischafft und in das Sammelgefäß des Spielleiters legen kann, ist verhungert und der entsprechende Mitspieler ausgeschieden. Am Ende wird festgestellt, welche Gruppe die meisten Überlebenden hat. In der Natur überleben 40 % der X-Hörnchen und 60 % der Y-Hörnchen, wobei die X-Hörnchen 20% mehr Junge als Ausgleich großziehen.
Tipps:
Eventuell einen zweiten Durchgang mit “Nahrungsfeinden” machen (Mäuse, Eichelhäher), die in der 2. und 3. Schlafphase jeweils zwei Minuten Zeit haben, mindestens ein Teil der Eichhornvorräte zu stehlen, um zu überleben.
(Quelle: “Walderlebnisspiele” Verlag an der Ruhr, Mühlheim)
Alter:
ab 6 Jahre
Absicht:
Beruhigende Wirkung von Naturgeräuschen erfahren
Aktivität:
Stilleübung in der Gruppe
Zeitbedarf:
15 Minuten
Mitspieler:
ab zwei Personen
Äußere Bedingungen:
Liegende Baumstämme, Bänke, trockener Boden etc. dienen als bequeme Sitzgelegenheit im Wald. Hochsitze bitte nur mit entsprechender Erlaubnis des Revierpächters oder Försters nutzen.
Einstieg:
Wenn Jäger Wild beobachten wollen, setzen sie sich meistens auf einen Hochsitz. Die Tiere des Waldes riechen, hören und sehen ausgezeichnet, darum muss sich der Jäger möglichst unsichtbar, unriechbar und unhörbar machen. Also nicht dort sitzen , wo der Wind den Geruch zu den Tieren trägt. Ganz besonders wichtig ist es, still werden zu können, um Wild nicht zu beunruhigen. Zusätzlich braucht man eine gute Portion Geduld. Oft sitzen Jäger viele Stunden mucksmäuschenstill, bis sich endlich Hirsch oder Wildschwein zeigen, auf die man gewartet hat. Ob Kinder und Jugendliche das für eine viel kürzere Zeit auch können?
Spielverlauf:
Alle Teilnehmer setzen sich bequem hin. Um sich zu konzentrieren und gegenseitige Störungen zu vermeiden, schließen sie auf ein Zeichen die Augen. Alle sollen in die Stille des Waldes hineinlauschen und sich dabei jedes Geräusch merken. Nach 2 bis 3 Minuten beendet der Spielleiter die “Prüfung” ohne mitzuteilen, wie lange die Stille-Phase gedauert hat. Langsam öffnen die Teilnehmer die Augen und finden zurück aus ihrer inneren Welt.
Fragen Sie Ihre Schüler nach ihrem Befinden und ihren Gefühlen. In der Regel erfahren die meisten die Jägerprüfung als beruhigend und entspannend – für viele eine völlig neue Erfahrung.
Danach wendet sich der Spielleiter den Geräuschen zu, die mit geschlossenen Augen gehört wurden. Erfahrungsgemäß sind das: Wind, Blätterrauschen, Bachplätschern, Regentropfen, Vogelstimmen, Verkehrslärm, Menschenstimmen, Motorsägen etc.
Der Spielleiter fragt, welche Geräusche als angenehm und welche als störend empfunden wurden. Technische oder menschliche Geräuschquellen werden in der Regel als unangenehm beschrieben, Naturgeräusche jedoch als angenehm.
Zum Schluss sollen die Teilnehmer noch die Dauer der Jägerprüfung schätzen. Wenn sie ihr Zeitgefühl verloren haben, ist die Übung besonders gut gelungen.
Tipp:
Ruhe und Stille sind Werte, für die sich auch Jugendliche begeistern können.
Die Teilnehmer bilden eine Stirngasse (Spalier), wobei der Abstand der beiden Reihen etwa die doppelte Armlänge beträgt. Die Teilnehmer, die die Gasse bilden, halten ihre Arme waagerecht. Nun soll ein Teilnehmer mit hohem Tempo durch die Spaliergasse laufen. Die Mitspieler nehmen erst im letzten Moment die Arme herab, so dass der Läufer ohne jemanden zu berühren durchlaufen kann.
Ein Spinnennetz mit 20 bis 30 Feldern (so groß, dass eine Person durchkriechen kann) wird quer zum Weg zwischen zwei Bäume gespannt (rund sechs Meter Abstand). Das Spinnennetz sollte 0,5 Meter über dem Boden beginnen und rund zwei Meter hoch sein. Die Gruppe kann nur durch das Spinnennetz ihren Weg fortsetzen. Dabei darf jedes Feld nur einmal durchquert werden und kein Faden des Netzes berührt werden. Immer wenn die Glocke klingelt, weil ein Faden berührt wurde, wird das gerade genutzte Feld mit einer roten Wäscheklammer markiert. Jedes Feld, das schon genutzt wurde, wird ebenfalls mit einer Wäscheklammer, zum Beispiel gelb, kenntlich gemacht.
Das Ziel ist, dass es bei weniger als einem Drittel der durchquerten Felder zu Berührungen mit dem Spinnennetz kommt.
Noch ein Tipp: Man sollte die Kinder oder Jugendlichen vor Spielbeginn fragen, welche Eigenschaften zur erfolgreichen Durchquerung des Spinnennetzes erforderlich sind.
Wer ist so mutig und kann eine Brennnessel essen, ohne sich zu verbrennen? Das gepflückte Brennnesselblatt wird von der Spitze her unterseits eingerollt. Mit Sauerklee als Dressing dann zerkaut. Mmhh!
Beeindruckend scharf schmeckt auch der Wasserpfeffer (Flohknöterich).