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Reviergang im Sommer

Reviergänge leben von und mit der Natur. Je nach Jahreszeit sind verschiedene Dinge zu beobachten und bieten sich deshalb als Themen für den Unterricht an. Nachfolgend erleben Sie einen Ausschnitt aus einem Revierrundgang im Sommer.

Juni, Juli, August

Sommer im Revier, Foto: Semmelsberger

Sommer im Revier, Foto: Semmelsberger

Im Sommer steht der Wald in voller Pracht, alle Bäume sind dicht belaubt. In seinem geheimnisvollen Dunkel und seinen grün-goldenen Lichtreflexen lädt er zum Verweilen ein.

Je nach Häufigkeit der einzelnen Baumarten handelt es sich um Laubwald, Nadelwald und Mischwald. Der Wald hat viele Aufgaben: Nutzfunktion (Aufenthalt der Tiere, Holzverkauf), Schutzfunktion (Wasser-, Boden- und Lärmschutz) und Erholungsfunktion (Natur- und Landschaftsschutz).

Baumkulturen brauchen Pflege, zum Beispiel werden junge Birken, die sich durch Samenflug verbreitet haben, von Farnkraut und Stockausschlag freigeschnitten, damit sie Licht und Nahrung bekommen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass keine Nester und Gelege von Waldvögeln zerstört werden. Das gilt auch für den Heckenschnitt zuhause.

Die Hochzeit des Rehwildes ist von Juli bis August. Eine Ricke zieht mit ihren Kitzen durch den Hochwald und wird von einem Bock bedrängt – sie scheint brunftig zu sein, denn jetzt im Sommer ist die Paarungszeit der Rehe. Der Bock treibt die Ricke, bis sie stehen bleibt und bespringt sie dann. Währenddessen verstecken sich die Kitze in einer Naturverjüngung und sind durch ihre Tarnfarbe vor Raubwild gut geschützt. Außerdem geben Kitze in den ersten Lebenswochen keine Gerüche (Witterung) ab – ein zusätzlicher Schutz.

Nachtaktive Tiere wie Dachs-, Baum- oder Steinmarder sind jetzt auch am Tag zu sehen, denn auch für sie ist jetzt im Sommer Paarungszeit.

Einige Ricken haben den Wald verlassen und sind mit ihrem Nachwuchs in die Felder umgesiedelt. Die Deckung in den Feldern ist jetzt so hoch, dass sich das Wild dort gut verstecken kann. Das Futter (die Äsung) ist im Feld jetzt einfach schmackhafter und die Insektenplage nicht so groß wie im Wald.

Reh im Getreidefeld, Foto: Behling

Reh im Getreidefeld, Foto: Behling

Die Bandgefahr ist im Sommer besonders groß. Grundsätzlich sind Feuer und Rauchen im Wald verboten. Schon eine achtlos fortgeworfene Glasflasche kann im Sommer durch den Brennglaseffekt einen Brand auslösen.

Ist das Getreide eingeholt, finden sich auf den Feldern Fasanen, Hühner und Tauben ein, um liegengebliebene Körner aufzunehmen. Auch Mäuse, Krähen und Mäusejäger wie Fuchs und Greifvögel suchen dort jetzt Nahrung. Durch die Ernte ist die Deckung innerhalb weniger Tage verschwunden.

Morastige Stellen in großen zusammenhängenden Waldflächen sind Suhlen von Rotwild und Schwarzwild, die sich darin wälzen. So entledigen sie sich des Ungeziefers. Wenn sie aus dem Bad herauskommen, scheuern sie sich an Bäumen in der Nähe – den sogenannten Malbäumen – den Schlamm ab. Je nach Höhe der Schlammspuren kann man feststellen, ob sich Rot- oder Schwarzwild gesuhlt hat.